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Blick von der Überführung über die unterirdische S-Bahn-Trasse auf den tiefer gelegenen Bereich des Tunnels in Richtung Osten. An der Stahlbetondecke hängen defekte Stahllampen, die Verkleidung der Betonwände ist teilweise abgefallen.Der heute nicht mehr nutzbare Tunnel verband die Stadtteile Oranienburger Vorstadt im Stadtbezirk Mitte und Gesundbrunnen im Stadtbezirk Wedding. Er wurde durch die Deutsche Reichsbahn im ausgehenden 19. Jahrhundert als ältester Berliner Fußgängertunnel angelegt und diente der Unterquerung der weitläufigen Anlagen des alten Nordbahnhofs (ehem. Stettiner Bahnhof).Der in den 1930er Jahren errichteten unterirdischen Strecke der Berliner Nord-Süd-S-Bahn war der Tunnel im Weg, so dass er nachträglich mit einer Treppenanlage und Podesten über die S-Bahn-Trasse geführt wurde. Im westlichen Tunnelbereich am Eingang Schwartzkopfstraße in Mitte wurde ein Treppenaufgang zum S-Bahn-Betriebswerk angelegt.Im Zweiten Weltkrieg diente der Tunnel als Schutz vor Luftangriffen. 1940 starben hier zehn Schutzsuchende durch einen Bombenvolltreffer.Die Bahnanlagen für den Fern- und Güterverkehr des Nordbahnhofs wurden nach Kriegszerstörungen nur noch eingeschränkt betrieben und infolge des Kalten Krieges schließlich aufgegeben. Das zur Sowjetischen Besatzungszone gehörende Bahngelände und der dazugehörige Fußgängertunnel gerieten zum Niemandsland direkt am Eisernen Vorhang, der nun Ost- und Westberlin trennte. In den ersten Nachkriegsjahren konnte der Tunnel noch als Verbindung zwischen den neuen Besatzungszonen genutzt werden.1952 wurde der Ausgang zur Weddinger Gartenstraße durch Ostberliner Grenzstreitkräfte vermauert, während der Tunnelzugang von der Schwartzkopffstraße noch für einige Jahre bis zu dem Treppenaufgang zum kriegszerstörten S-Bahn-Betriebswerk führte, denn in der Ruine wurde zwischenzeitlich ein Kulturhaus betrieben.Mit dem Bau der Berliner Mauer 1961 wurde der Tunnel endgültig durch mehrere gemauerte Absperrungen verschlossen. Im November 2007 wurde die Anlage erstmals wieder geöffnet, eine Nutzung ist nicht geplant.Der Tunnel stellt ein Jahrzehnte lang unberührte Zeugnis des geteilten Berlins und der Berliner Verkehrsgeschichte dar.
